Obst- und Gartenbauverein RSKN e. V.
Obst- und Gartenbauverein RSKN e. V.

Chronik des OGV-RSKN  (Rüdern,Sulzgries,Krummenacker,Neckarhalde)

 

Am 13. März 1936, abends um 20.00 Uhr im Saalbau Hirsch in Sulzgries

fand die Gründungsversammlung des heutigen Obst- u. Gartenbauvereins RSKN statt.

Friedrich Berner, Baumwart von Sulzgries hatte den Mut den Obst- u. Gartenbauverein ins Leben zu rufen.

Es waren ca. 90 Männer aus RSKN anwesend.

60 von diesen 90 Männer trugen sich nach Beendigung der Versammlung als Mitglieder in eine ausliegende Liste ein, und somit war der heutige Obst- u. Gartenbauverein gegründet.

Das Protokollbuch beginnt mit folgenden Worten:

Obst- u. Gartenbau ist in unseren Filialorten schon immer betrieben worden. Zu den hier bestehenden Ortsbauernschaften ist dies inbegriffen. Unser Bezirk Esslingen, als Industriebezirk mit Kleinbäuerlichen Verhältnissen kommt immer mehr vom rein bäuerlichen Stand ab infolge seiner Bevölkerungsdichte was Aufteilung an Grund und Boden mit sich bringt. Der überwiegend größte Teil ist gezwungen, seinen Lebensunterhalt beruflich zu bestreiten und durch Kleinbesitz ausnützend zu verbessern. Auf Grund dem schon aufgeführten wurde der Wunsch laut, eine Untergliederung zu schaffen in dem sich Alle, ob Bauer oder Industriearbeiter zusammenfinden – mit dem Bestreben, die Ernährung unseres Volkes sicher zu stellen. Wie die Erfahrung lehrt, ist hier der Kleinbesitz vorbildlich. Unser Bestreben muss sein, dies örtlich noch mehr zu steigern. Die Aufgabe unseres Vereins soll sein, den richtigen Weg zu zeigen, in der Pflege unserer Obst - u. Gartenanlagen.

Die Betreuung der Mitglieder im Bezug von gutem sortenechtem Pflanzenmaterial, Düngemittel u. Geräten soll sich auswirken in der Erzeugung von hochwertigen Obst- u. Gartenfrüchten. Die Meinung, ich bin nicht Bauer muss verschwinden. Wir sind alle gleich: „ Ob Bauer oder Arbeiter“ Gemeinsam wollen wir Mühe und Wohl unseres Volkes tragen helfen. Unsere Schwabennatur ist schwerfällig, ein Dickschädel, aber tatkräftig und ausdauernd. Wenn er eine Sache erfasst hat, hinter der was steckt, setzt er sich mit einer Zähigkeit durch, die uns in der Geschichte unserer deutschen Volksstämme und in der ganzen Welt auszeichnet. So wollen wir auch hier hoffen:

              Aller Anfang ist schwer – Das Gute bricht sich Bahn."

Bei der 1. Hauptversammlung am 9. Mai 1936 wurde die Vorstandschaft wie folgt gewählt:

 

            1. Vorsitzender:  Albert Jahn Sulzgries

            2. Vorsitzender:  Max Ortlieb Rüdern

            Schriftführer:       Eugen Schmid Krummenacker

            Kassier:             Eugen Bayer Krummenacker

            tech. Berater:     Friedrich Berner Sulzgries

 

Der Jahresbeitrag für den Verein wurde auf 1.- Reichsmark festgesetzt.

Schon im Gründungsjahr zeigte sich der Verein sehr aktiv mit Schnittlehrgängen und Vorträgen. Die Schädlingsbekämpfung im Obst- u. Beerenbau wurde voll in Angriff genommen.

Dünge- u, Spritzmittel wurden damals vom Verein bezogen und an die Mitglieder verteilt. Um eine einheitliche und weitreichende Spritzung der Obstanlagen durchzuführen, wurde im Jahr 1939 vom Verein eine fahrbare Motorspritze angeschafft.    

Im Spätsommer 1939 brach dann der unglückselige zweite Weltkrieg aus, und viele des auf 180 Mitglieder angewachsenen Vereins mussten an die Front. Die wenigen Mitglieder des Vereins, die noch hier waren, wurden mit sonstigen Arbeiten so überhäuft, dass nur noch wenig Zeit für die Belange des Vereins übrig blieb.

Ab dem Jahr 1947 fanden dann wieder regelmäßig Lehrgänge und Unterweisungen statt. Rudolf Kurz wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Durch die Herren Friedrich Berner, Herrn Renz und Herrn Mack wurde gewährleistet, dass zu den praktischen Kenntnissen auch die theoretischen Kenntnisse folgten und den mitgliedern übermittelt wurden.

Im Jahr 1951 wurde dann Adolf Diehl zum 1. Vorsitzenden gewählt.

1956 erwarb der Verein ein Grundstück im Bregel, das 1961 an den Sängerbund RSK zur Erstellung eines Sängerheims verkauft wurde im Spitalwald, Gemarkung Rüdern konnte der Verein ein etwa 10 ar großes Ackerland als Ersatz für das Bregelgrundstück erwerben, um dort einen Vereinsgarten anzulegen. Im Frühjahr 1962 sind dort in Gemeinschaftsarbeit Obstbäume verschiedener Sorten und Arten angepflanzt worden, um den Mitgliedern des Vereins, sowie interessierten Gartenbaufreunden Schnitt und Pflege der Bäume zu zeigen. Und diese Schnittkurse und Unterweisungen finden bis zum heutigen Tage fast immer noch dort statt.

Im Jahr 1972 stellte unser Verein anlässlich des Landesobstbautages in Esslingen aus, bzw. war mit einem Stand vertreten. Bei dieser Ausstellung erhielt der Verein dafür eine Goldmedallie.

Die Jubiläumsfeier zum 40-jährigen Jubiläum fand am Samstag, den 30. Oktober 1976 im Hirsch-Saal statt. Daran anschließen wurde am 31. Oktober und 1. November in der neuen Schule in Sulzgries eine Obstausstellung abgehalten.

Zum 60-jährigen Jubiläum am 20. September pflanzte der Verein

in der Anlage beim Gasthaus Krone einen Spitzahorn.

Auch dieses Jubiläum wurde durch eine Obstausstellung ergänzt.

 Im Jahr 1987 gab Adolf Diehl nach 36-jähriger Tätigkeit den Vorsitz im Verein ab. Als Dank für seine langjährige erfolgreiche Arbeit wählte ihn der Verein zum Ehrenvorsitzenden.

Zum neuen 1. Vorsitzenden wurde Heinz Sohn gewählt.

Im Jahr 1990 bekam der Verein eine neue Satzung und wurde gemeinnützig. Im Jahr 2005 gab Heinz Sohn nach 18-jähriger Tätigkeit sein Amt als 1. Vorsitzender ab. Auch er wurde zum Dank für seine hervorragende Arbeit zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Zur neuen Vorsitzenden wurde Christel Schäfer gewählt.

Am 10.10.2006 wurde dann nach langen und zähen Verhandlungen das Nachbargrundstück erworben. Und seitdem werden von einigen treuen Vereinsmitgliedern insgesamt 28 ar Vereinsgarten gehegt und gepflegt.

Anlässlich unseres75 – jährigen Vereinsbestehens stiftete und pflanzte die Familie Lederer vor unserem Vereinsgelände eine Linde, vor der auch eine Bank steht, die bisher von den Spaziergängern sehr gerne angenommen wird.

Wollen wir hoffen dass viele von unseren Mitgliedern und auch noch die nächsten Generationen die Gelegenheit nutzen werden und unterm Lindenbaum verweilen.

Streuobstsorte des Jahres 2019

Foto: Bernhard Ferentz

Öhringer Blutstreifling

  • guter Tafel- und sehr guter Wirtschaftsapfel
  • kleine bis mittelgroße Frucht
  • gelbliche Schale mit schwachem Geruch
  • weißes Fleisch, fest und saftig
  • geringer Säuregehalt bei stärkerem Zuckergehalt mit zartem Aroma
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